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Endometriose-Zentrum am Klinikum Esslingen mit Bestnoten

Endometriose – ein für viele eher unbekannter Begriff, obwohl Endometriose eine sehr häufige und weit verbreitete Erkrankung bei (jungen) Frauen ist: Sieben bis 15 Prozent aller Mädchen und Frauen im geschlechtsreifen Alter leiden daran. Endometriose ist eine gutartige, jedoch chronisch verlaufende Erkrankung.  Bei Endometriose-Patientinnen wächst Gewebe, welches der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt außerhalb der Gebärmutter. Es können Eierstöcke, Bauchfell, Darm oder andere Strukturen in Bauch- und Beckenraum betroffen sein, sehr selten kommt es zu einem Befall außerhalb des Bauchraumes z.B. an der Lunge. Dieses Gewebe bildet Zysten und Entzündungen und kann häufig Schmerzen bei Betroffenen auslösen.

Weitere Beschwerden von Endometriose Patientinnen sind Bauch- und Rückenschmerzen vor und während der Menstruation, einestarke und unregelmäßige Periode, Schmerzen während und nach dem Geschlechtsverkehr, Schmerzen beim Stuhlgang und Urinieren, zyklische Blutungen aus Blase oder Darm, Müdigkeit und Erschöpfung und ungewollte Kinderlosigkeit. Endometriose wirkt sich auf den Hormonhaushalt und das Immunsystem aus und wird daher auch als systematische Erkrankung angesehen.

Das Klinikum Esslingen hat sich bereits im Jahr 2013 zum Ziel gesetzt, über die Ausbildung eines Endometriose-Netzwerks seinen Patientinnen eine optimale Diagnostik und Therapie auf der Grundlage modernster medizinischer Erkenntnisse zu ermöglichen. Wöchentlich finden Endometriosesprechstunden am Klinikum Esslingen durch spezialisierte Ärzte statt. "Ein individuelles Therapiekonzept für jede Patientin wird erörtert, dabei ist der Patientenwunsch für die Therapie-Entscheidung von großer Bedeutung" berichtet die Koordinatorin der Endometriosezentrum Dr. Eva Lindauer, Oberärztin am Klinikum Esslingen. „Dabei darf auch eine menschlich- einfühlsame Begleitung der Betroffenen nicht zu kurz kommen“, ergänzt die Ärztin. Bei etwa 40 bis 60% der Frauen, die ungewollt kinderlos bleiben, steckt eine Endometriose dahinter. Dies kann auch eine Patientin bestätigen: „Ich hatte schon länger Unterleibschmerzen bei meiner Periode und über zwei Jahre versucht schwanger zu werden. Ohne Erfolg. Der Besuch bei einer Kinderwunschpraxis hat mich zu Prof. Kühn ins Klinikum Esslingen geführt, der Endometriose diagnostiziert und mich erfolgreich operiert hat. Kurz nach der Operation war ich schwanger. Ich bin Prof. Kühn und dem gesamten Team sehr dankbar, ich war wunderbar aufgehoben und bin hoch kompetent behandelt worden. Ich hätte mir viel erspart, wenn ich dies früher gewusst hätte. Ich kann allen Frauen nur raten, die einen Kinderwunsch haben und es länger nicht zu einer Schwangerschaft kommt, Endometriose abklären zu lassen. Ich hätte mir viel erspart, wäre ich früher im Klinikum Esslingen gelandet“, so die Patientin.

Wegen den recht unspezifischen Symptome ist die Endometriose sowohl für Ärzte als auch für Patientinnen eine recht schwierig zu erkennende Erkrankung. „Wir sind als Endometriose-Zentrum mit diesem Krankheitsbild vertraut und eng vernetzt. Unsere Spezialisierung kommt betroffenen Frauen direkt zu Gute, das hat auch die diesjährige Zertifizierung bestätigt, über deren Bestnoten wir uns sehr freuen“, so Thorsten Kühn.

Ende Januar 2022 wurde das Endometriose-Zentrum durch EuroEndoCert erneut rezertifiziert.

Entscheidend für die Behandlung ist das Ausmaß der Beschwerden. Es werden u.a. die operative Therapie (i.d.R minimal-invasive Operationen), medikamentöse Therapien (hormonelle Therapie), Schmerztherapie, Physiotherapie und komplementärmedizinische Therapien erörtert.
Um den betroffenen Patientinnen eine interdisziplinäre Versorgung zu ermöglichen und die umfassenden Therapieoptionen laufend zu erweitern, arbeitet das Endometriose-Zentrum mit verschiedenen Kooperationspartnern eng zusammen. Unter anderem besteht eine Kooperation und ein regelmäßiger Austausch mit der Reproduktionsmedizinischen Praxis Dres. Alice Costa und Marius Albowitz in Esslingen. „So können wir Frauen mit Kinderwunsch rasch und niederschwellig weiterhelfen“, erläutert Lindauer.