Klinik für
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Medizinische Schwerpunkte
Traumaambulanz

Menschen, die Opfer einer Gewalttat wurden oder ein anderes traumatisches Erlebnis hatten, entwickeln nicht selten eine sogenannte Traumafolgestörung. Zu den typischen Symptomen einer solchen Traumafolgestörung gehören etwa Alpträume, Schreckhaftigkeit, der soziale Rückzug, Panikattacken oder auch das Entstehen einer Depression.

Die vom Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren eingerichtete Traumaambulanz der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie bietet im Rahmen des Opfer-Entschädigungs-Gesetzes (OEG) ein niederschwelliges Angebot speziell für die Opfer von sexueller, häuslicher oder krimineller Gewalt. Die Traumaambulanz ist rund um die Uhr erreichbar, die Betroffenen können sich direkt an die Ambulanz wenden und bekommen kurzfristig einen Termin, eine Überweisung seitens eines Hausarztes ist nicht erforderlich. Die einzigen Voraussetzungen: Die erlebte Gewalttat darf nicht länger als ein Jahr zurückliegen.

Die Behandlung in der Traumaambulanz umfasst zunächst fünf Sitzungen. Diese bestehen aus Gesprächen und stabilisierenden Maßnahmen. Primäres Ziel ist es, den Patienten zu entlasten. Wichtig dabei ist es vor allem, die Symptome, unter denen die Betroffenen leiden, richtig einzuordnen. Oft genügen daher schon zwei oder drei Sitzungen, um das Gewaltopfer zu stabilisieren und die „Selbstverarbeitung“ in die richtigen Wege zu leiten. Ist dagegen eine Akuttherapie nötig, etwa wenn eine Gewalttat mit akuter Lebensgefahr einherging oder wenn ein aktuelles Gewaltgeschehen mit ähnlichen Erfahrungen aus der Kindheit verknüpft wird, können sich an die anfänglichen fünf Sitzungen zehn  weitere Termine anschließen.

Es wird ein Behandlungskonzept entwickelt, mit dem die Traumatherapeuten das Trauma gemeinsam mit dem Patienten aufarbeiten. Benutzt werden dabei etwa Imaginationsübungen, bei denen die Vorstellungskraft dem Gewalttaterleben gegenübergestellt wird. Ist bei besonders schlimmen Verläufen und dem regelmäßigen Auftreten von Flashbacks, bei denen der Betroffene immer wieder in das Geschehen hineinrutscht, die ambulante Versorgung nicht ausreichend, besteht am Klinikum Esslingen zudem die Möglichkeit der teilstationären Behandlung. Zehn der tagesklinischen Plätze der Klinik sind für die Traumatherapie vorgesehen.