Klinik für
Kardiologie, Angiologie und Pneumologie

Medizinische Schwerpunkte
Schrittmacher-, ICD-, kardiale Resynchronisationstherapie

Herzschrittmacher

Patienten, deren Herz zu langsam schlägt oder gelegentlich aussetzt, werden heute in aller Regel mit einem Herzschrittmacher versorgt. Moderne Schrittmacher sind klein und vollgestopft mit Elektronik. Sie überprüfen permanent den Herzschlag und geben bei Bedarf oder regelmäßig über eine oder mehrere ins Herz eingesetzte Elektroden einen Impuls ab.

Die Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie des Klinikums Esslingen ist eines der drei größten Zentren in Süddeutschland für die moderne Schrittmachertherapie. Pro Jahr werden hier 500 bis 600 Implantationen von Herzschrittmachern und Defibrillatoren durchgeführt, etwa zwei Drittel sind komplexe Zwei- und Drei-Kammersysteme. Seit mehr als 10 Jahren werden in unserer Klinik auch ambulante Schrittmacherimplantationen durchgeführt. Hinzu kommt unsere Schrittmacher- und Defibrillator-Ambulanz, in der pro Jahr rund 2.500 Patienten behandelt werden. Entsprechend groß ist die Erfahrung mit dem Einsatz der verschiedenen Schrittmacher-Typen.

Untermauert wird dies durch die guten Ergebnisse in der externen vergleichenden Qualitätssicherung  der GeQiK (Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus). In der Jahresauswertung 2015 ist die Eingriffsdauer in unserer Klinik im Vergleich zu den anderen Kliniken Baden-Württembergs für Zweikammerschrittmacher um ein Viertel kürzer. Bei den Drei-Kammer-Schrittmachern und –Defibrillatoren liegt die Eingriffsdauer sogar um 45 % unter dem baden-württembergischen Durchschnittswert. Diese deutlich kürze OP-Dauer geht einher mit einer wesentlich geringeren Strahlenbelastung für unsere Patienten. Im Jahr 2015 war die Strahlenexposition (Flächendosisprodukt) in unserer Klinik bei den implantierten Schrittmachern und Defibrillatoren um rund 60 % niedriger als der baden-württembergische Landesdurchschnitt. 

Die Implantation des Herzschrittmachers ist heute ein vergleichsweise kleiner Eingriff. Unter örtlicher Betäubung wird das eigentliche Schrittmachergerät durch einen etwa fünf Zentimeter langen Hautschnitt unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt. Durch eine Vene führt der Arzt die biegsamen Elektroden bis in Herz, verankert sie dort und verbindet sie mit dem Herzschrittmacher.

Zu unterscheiden ist zwischen reinen Herzschrittmachern für langsame Herzrhythmusstörungen und sogenannten Defibrillatoren, die zusätzlich auch schnelle, bösartige Rhythmusstörungen der Herzkammern behandeln können. Moderne Schrittmacher und auch Defibrillatoren lassen sich heute sehr differenziert programmieren. Ziel ist es dabei, das Gerät individuell auf den einzelnen Patienten und seine Herzerkrankung einzustellen. Das geschieht gleich nach der Implantation. Bei den folgenden Nachuntersuchungen kann der Schrittmacher oder Defibrillator dann bei Bedarf von außen weiter nachjustiert werden.

Neben der medikamentösen Therapie bieten wir die gesamte Breite aller nötigen interventionellen, nicht-pharmakologischen Therapiemöglichkeiten

  • elektrische Kardioversion zur Terminierung von Vorhofflimmern
  • Herzschrittmacher – vorwiegend Implantation von Zwei-Kammer-Schrittmachern bei bradykarden Herzrhythmusstörungen
  • Defibrillatoren (ICD) – Detektion und Therapie lebensbedrohlicher Rhythmusstörungen
  • kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) – Drei-Kammer-Schrittmacher zur Verbesserung der Pumpleistung bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz und Linksschenkelblock, sowie
  • Implantation von Event-Rekordern (bei unklaren Synkopen)
  • Nachsorge in unserer Schrittmacherambulanz von:
    • Herzschrittmachern
    • Defibrillatoren
    • CRT-Systemen inklusive Optimierung (kardiale Resynchronisationstherapie)
    • Event-Rekordern