Klinik für
Allgemeine Innere Medizin, Onkologie / Hämatologie, Gastroenterologie und Infektiologie


Klinische Studien / Forschung

Wissenschaftler sind an Fortschritt interessiert und treiben ihn voran. Professor Dr. Michael Geißler, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Onkologie/Hämatologie, Gastroenterologie und Infektiologie am Klinikum Esslingen, und seine Oberärzte/-innen sind solche Wissenschaftler.

„Unser Anspruch ist es, möglichst vielen Patienten, neueste und innovative Therapien im Rahmen internationaler und nationaler Studien anbieten zu können, um ihre Prognose zu verbessern. Es werden 30-40 Phase II/III Studien angeboten mit den Schwerpunkten Lymphdrüsenkrebs, Leukämien, Lungen-, Speiseröhren-/Magen-, Darm-, Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zusätzliche Schwerpunkte liegen bei der Immuntherapie und zielgerichteten Substanzen zur Behandlung von Krebs.

Jede kontrollierte Studie in Deutschland muss vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) genehmigt werden. Beide Behörden unterstehen dem Bundesgesundheitsministerium. „Wird in der Studie Strahlentherapie eingesetzt, entscheidet auch das Bundestrahlenschutzamt mit“, ergänzt Professor Geißler. Um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten, dürfen in Studien nur Medikamente eingesetzt werden, die sich zuvor im Labor und in Krankheitsmodellen bewährt haben. Ein zusätzlicher Baustein der Patientensicherheit ist die GCP. GCP ist die Abkürzung für Good Clinical Practice (zu Deutsch: „gute klinische Praxis“) und bezeichnet international anerkannte, nach ethischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten aufgestellt Regeln für die Durchführung von Studien.

Gesetzlich vorgeschrieben ist zudem auch, dass für jede Studie die Zustimmung einer Ethikkommission eingeholt werden muss. „Die Ethikkommission prüft, ob der Nutzen für den Patienten ein mögliches Risiko überwiegt“, sagt Professor Geißler.

Die Entscheidung für oder gegen eine Studienteilnahme wird primär im interdisziplinären Tumorboard getroffen und dann mit den Patienten diskutiert.  Der ausführlichen Aufklärung kommt hier eine besondere Rolle zu.

„Früher haben sich die Patienten mehr Sorgen gemacht, aber die strikten rechtlichen Anforderungen nehmen vielen Menschen die Angst“, berichtet Professor Geißler. „Oft können wir Patienten überzeugen, dass es eine reelle Chance gibt, dass die neue Therapie besser anschlägt  als bisher übliche Verfahren.“ Zwei Drittel der angesprochenen Patienten stimmen der Teilnahme an einer Studie zu. Gerade bei den neuesten Studien zur Behandlung von Krebs sollten die Patienten die Chance unbedingt ergreifen, rät der Onkologe. Denn bis das Medikament eine Zulassung erhält und auf den Markt kommt, können vier bis sechs Jahre vergehen. „Das ist für viele Patienten zu spät“, sagt Professor Geißler.

» Studien des Onkologischen Zentrums

Wenn man ein Krankenhaus gefunden hat, das medizinische Studien durchführt, sollte der Patient auf drei Punkte achten:

  • Wie viele Studien werden für die jeweilige Erkrankungen angeboten?
  • Nimmt das Krankenhaus regelmäßig an Studien teil? Denn je mehr Erfahrung die Ärzte mit Studien haben, desto besser ist in der Regel die Behandlung.
  • Wie viele Publikationen haben die Ärzte veröffentlicht? Wie stark sind sie wissenschaftlich aktiv?

All diese Informationen sollten auf der Homepage der Klinik zu finden sein.