Kleinere Operationen wie Gebärmutterspiegelungen, Ausschabungen oder Bauchspiegelungen werden heute ambulant durchgeführt. Dies bedeutet, dass die Patientinnen schon ein bis zwei Stunden nach der Operation wieder nach Hause gehen können.
In unserem neuen ambulanten Operationszentrum (AOZ) verfügen wir über eine hoch moderne Ausstattung, um optimale Operationsbedingungen zu ermöglichen. Gleichzeitig wird unseren Patientinnen ein hoher Komfort geboten. Wir legen großen Wert auf sichere und schonende Betäubungsverfahren und verfügen über sehr modernes Instrumentarium, das gewebeschonende Operationen ermöglicht. Dies gilt insbesondere für die Abklärung von Sterilitätsproblemen.
Welche Operationen werden ambulant durchgeführt?
Ausschabung
Eine Ausschabung (Synonym: Abrasio oder Curettage) ist ein kleiner operativer Eingriff an der Innenseite der Gebärmutter. Dieser kann aus diagnostischen Gründen, z.B. zur Abklärung von Blutungsstörungen oder aus therapeutischen Gründen, z.B. bei einer Fehlgeburt erfolgen. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und wird meistens in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Häufig wird eine Ausschabung mit einer Gebärmutterspiegelung kombiniert.
In der Regel bestehen nach dem Eingriff keine oder nur geringe Schmerzen. Es kommt jedoch zu einer leichten Blutung, die mehrere Tage anhalten kann. Während der Blutung sollten Sie keine Tampons verwenden, keine öffentlichen Badeanstalten aufsuchen und keinen Geschlechtsverkehr haben. Sie können aber zuhause duschen und auch ansonsten Ihrem normalen Alltag nachgehen.
Über das Ergebnis des Eingriffs informiert Sie Ihre Frauenärztin / Ihr Frauenarzt oder wir rufen Sie an.
Diagnostische Gebärmutterspiegelung
Die Gebärmutterspiegelung dient der Abklärung von Blutungsstörungen oder zur Untersuchung der Gebärmutterhöhle bei unerfülltem Kinderwunsch. Mit einer kleinen hochauflösenden Kamera wird in die Gebärmutter eingegangen und die Schleimhaut, die Wandung und auch die Eileiteröffnungen inspiziert. Auffällige Veränderungen können so gezielt abgeklärt werden. Die Gebärmutterspiegelung wird häufig mit einer Ausschabung kombiniert.
Die Verhaltensmaßregeln nach dem Eingriff entsprechen denen nach einer Ausschabung.
Operative Gebärmutterspiegelung zur Entfernung von Myomen und Polypen
Sollte bei einer gynäkologischen Untersuchung der Verdacht auf einen Tumor (Polyp, Myom) in der Gebärmutter bestehen, können derartige Veränderungen häufig durch eine operative Hysteroskopie abgeklärt und behandelt werden. Hierbei wird eine Kamera mit einem Arbeitskanal über den Gebärmutterhalskanal eingeführt. Tumore, Verwachsungen oder Scheidewände in der Gebärmutter können auf diese Weise abgetragen und entfernt werden.
Konisation bei auffälligem Abstrich
Eine wichtige Säule der gynäkologischen Vorsorge ist der Zytologische Abstrich von Muttermund und Gebärmutterhals (PAP). Bei bestimmten auffälligen Befunden ist eine operative Abklärung erforderlich. Hierbei wird ein Gewebssegment, ähnlich einem geometrischen Kegel ausgeschnitten und einer detaillierten pathologischen Untersuchung zugeführt. Ergänzend wird eine Ausschabung des Gebärmutterhalses und ggf. auch der Gebärmutterhöhle durchgeführt.
Aufgrund der guten Durchblutung der Gebärmutter junger Frauen, können in wenigen Fällen auch starke Nachblutungen auftreten. Diese können selten auch bis zur 10 Tagen nach der Operation auftreten. Wichtig ist deshalb die körperliche Schonung in den ersten Tagen nach der OP.
Diagnostische Bauchspiegelung
Bei Bauchschmerzen, die durch eine Tast- und Ultraschalluntersuchung nicht ausreichend geklärt werden können, kann eine diagnostische Bauchspiegelung (Laparoskopie) sinnvoll sein. Auf diese Weise kann der Bauchraum mit den Geschlechtsorganen minimal-invasiv (Schlüssellochoperation) abgeklärt werden. Es können Gewebsproben entnommen werden und eine Vielzahl krankhafter Veränderungen (z.B. Verwachsungen) können sofort mitbehoben werden. In der Regel werden 1 bis 3 kleine Einschnitte am Nabel und am Unterbauch durchgeführt um die Kamera und die notwendigen Instrumente einzuführen.
Chromopertubation (Blaudarstellung der Eileiter bei unerfülltem Kinderwunsch)
Bei unerfülltem Kinderwunsch, kann es (nach anderen wichtigen Voruntersuchungen) sinnvoll sein die Durchgängigkeit der Eileiter zu überprüfen. Hierzu wird eine diagnostische Bauchspiegelung durchgeführt. Im Rahmen dieser Bauchspiegelung wird über einen speziellen Adapter Blaulösung über die Gebärmutter und die Eileiter injiziert. Durch den Blauaustritt kann die Durchgängigkeit nachgewiesen werden.
Operative Bauchspiegelung
Eine Vielzahl von Veränderungen an den Genitalorganen der Frau kann heutzutage durch Bauchspiegelung abgeklärt und behandelt werden. Hierzu gehören zum Beispiel die häufig auftretende Zysten der Eierstöcke. In geeigneten Fällen können diese Eingriffe ambulant durchgeführt werden. Mit modernen Kameras und feinsten Instrumentarium können diese Eingriffe über drei kleine Einstiche (5 -10 mm) am Nabel und im Unterbauch in Schlüssellochtechnik durchgeführt werden.
Auch die operative Unterbindung der Eileiter zur Sterilisation bei abgeschlossener Familienplanung ist auf diesem Wege möglich. Wie fast alle Maßnahmen der Verhütung ist die Sterilisation jedoch in den meisten Fällen keine Leistung der Krankenkassen und –versicherungen.
Kleine Eingriffe an Brust- und Geschlechtsorganen
Auch eine Vielzahl von anderen Eingriffen an Brust- und Geschlechtsorganen eignen sich zur ambulanten Durchführung. Hierzu gehören Probenentnahmen sowie plastische und kosmetische Korrekturen an der Vulva. Auch die Behandlung von Zysten der s.g. Bartholinischen Drüsen sind häufig ambulant durchführbare Operation.
Bitte beachten Sie, dass rein-kosmetische Operationen in vielen Fällen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.
Welche Voraussetzungen müssen für die ambulante Durchführung einer Operation erfüllt werden?
Wie finde ich das Ambulante OP Zentrum (Haus 9)?